Jahresausflug ins "Haus der menschlichen Begleitung"
Jahresausflug am 24. Juni 2010 des Hospizvereins Westerwald e.V. nach Bergisch Gladbach ins „Haus der menschlichen Begleitung“, Pütz-Roth Bestattungen und Trauerbegleitung
Der für ein Bestattungshaus eher ungewöhnliche Rahmen ist Ausdruck der Überzeugungen, die hinter Roths Engagement an der Schnittstelle zwischen Leben und Tod stehen: Trauer braucht eine Heimat, Vertrautheit und Nähe; Trauernde einen Ort, der durch Geborgenheit und Wärme dazu beiträgt, die erforderliche Auseinandersetzung mit dem Tod und den Beginn des Trauerprozesses zu ermöglichen.
So ähnelt das 'Haus der menschlichen Begleitung' dann auch mehr einem "Landhotel der Seele" als einem Bestattungshaus. Tod und Trauer werden hier erfahrbar gemacht und in Lebensräume zurück geholt: aus der Sterilität von Totenkammern und Friedhofskapellen in eine Umgebung, wo das Leben zu Hause ist.
Nicht der Tote steht im Zentrum seiner Bemühungen - es sind die Hinterbliebenen, denen er einen hilfreichen, ausgiebigen Abschied vom Verstorbenen ermöglichen will. Sie sollen den Tod sinnlich, emotional und real wahrnehmen - durch einen engen Kontakt mit dem Toten. In seiner Trauerakademie arbeitet Fritz Roth an der Realisierung seiner Visionen.
Sehr eindrucksvoll stellte Fritz Roth seine Bestattungsphilosophie den über 50 mitgereisten Mitarbeitern, Mitgliedern und Interessierten des Hospizvereins vor. Man merkte, dass in diesem Haus „mit Herz und Seele“ gearbeitet wird. In seinen empathischen Ausführungen stachen immer wieder die Worte „Trauer ist Liebe“ hervor – und genauso tiefgehend darf und soll sie auch gelebt werden!
Authentisch und mit rheinisch-bergischen Zitaten gespickt erzählte Roth, wie er lieb gewonnene Rituale wieder aufleben lassen möchte: „Nicht nur zur Karnevalszeit oder während der Fußballweltmeisterschaft will ich Umzüge und Autokorsos auf den Straßen sehen, nein, auch Leichenzüge gehören dahin! Der Tod gehört mitten ins Leben!“
Nach dem Gang durch den „Pfad der Sehnsucht“ und die „Gärten der Bestattung“, in dem sowohl Grab als auch Begräbnis frei von behördlichen Regeln individuell gestaltet werden können, ging es für die angeregt Gedanken Austauschenden weiter nach Herrenstrunden in die Malteser Komturei. Hier klang der Nachmittag bei einer „Bergischen Kaffeetafel“ und netten Unterhaltungen aus.
Viele Mitgereiste kamen zu dem Schluss, dass Bergisch Gladbach doch gar nicht so weit weg ist vom Westerwald und man durchaus demnächst noch einmal hinreisen wird!
13. Grundkurs - hier als PDF-Datei:
BERLIN war eine Reise wert ...
Vom 6. bis 9. Juni nahmen 29 Mitarbeitende unseres Hospizvereins auf Initiative des MdB Hörster an einer politischen Informationstagung in Berlin teil, zu der das Bundespresseamt eingeladen hatte. Sie erhielten während dieser Tage einen umfassenden Einblick in die Arbeitsweise von Bundestag und Bundesrat sowie in die Aufgaben der beiden Ministerien (Familie/Senioren, Frauen und Jugend sowie Arbeit und Soziales).
Bei zwei Stadtrundfahrten und einer Schiffstour auf der Spree lernten sie zahlreiche Berliner Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen kennen. Dank Herrn Bartels, der vom Bundespresseamt als Reisebegleiter zur Verfügung gestellt wurde, ist den Berlin- Reisenden jetzt auch klar, was mit „Erichs Lampenladen“, „Hohler Zahn“ und „Goldelse“ gemeint ist (nämlich der inzwischen abgerissene Palast der Republik, die Gedächtniskirche und die Viktoria auf der Siegessäule).
Nachdenklich wurden die Teilnehmenden beim Besuch der ehemaligen Zentralen Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Hohenschönhausen – geführt durch einen ehemaligen Insassen.
MdB Joachim Hörster informierte unsere Mitarbeitenden über seine vielfältigen Aufgaben als Abgeordneter und ließ es sich nicht nehmen, den Kontakt zu uns während eines Abendessens zu vertiefen.
Der Besuch des Holocoust-Denkmals sowie der Ausstellung im Deutschen Dom zur Entwicklung der parlamentarischen Demokratie gaben weitere Einblicke in unsere Geschichte.
Zum Abschluss dieser Reise erläuterte MdB Marlene Rupprecht, Vorsitzende des Interfraktionellen Arbeitskreises Hospiz und Palliativmedizin, die gesetzlichen Regelungen zur Versorgung und Begleitung der Menschen in der letzten Lebensphase. Festzustellen ist, dass Gesetze und deren Umsetzung leider zwei verschiedene Paar Schuhe sind ...
Den Teilnehmenden bleibt zum Schluss, Herrn Joachim Hörster und seinen Mitarbeitenden im Berliner Büro und im Wahlkreis für diese Bildungsfahrt mit dem inhaltsreichen Programm zu danken!
Mitgliederversammlung am 8. März 2010
40 Mitglieder und Interessierte begrüßte Heinz-Peter Rüffin, 1. Vorsitzender des Hospizverein Westerwald e.V., zur Mitgliederversammlung im Aloysia Löwenfels Haus in Dernbach.
Die Fusion mit dem Hospizverein Altenkirchen e.V. stand als erstes auf der Tagesordnung. Hier legte Dr. John Strehl, stellvertretender Vorsitzender des Hospizvereins Altenkirchen, die Gründe dar, warum von dort aus eine Fusion mit dem Hospizverein Westerwald e.V. angestrebt wird. Verschiedene Kooperationen wie beispielsweise die Grund- und Aufbaukurse zur „Befähigung zur Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen“ sowie der „grenzüberschreitende“ Einsatz der Ehrenamtlichen im Hachenburger und Altenkirchener Raum bestehen bereits.
Es wurde beschlossen, dass der Vorstand des Hospizvereins Westerwald e.V. mit der Gesprächsaufnahme im Hinblick auf eine Fusion mit dem Hospizverein Altenkirchen e.V. beauftragt wird.
Schatzmeister Dr. Andreas Wechsung berichtete über das Kassenjahr 2009 und legte den Haushaltsplan für 2010 vor. Dank vieler Spender und Sponsoren, wobei insbesondere die Eduard-Bay-Stiftung die Ziele des Vereins tatkräftig unterstützt, konnte wieder eine solide Finanzlage aufgewiesen werden. Damit ist die kostenfreie Beratung und Begleitung schwerstkranker sterbender Menschen sowie die Ausbildung der Hospiz- und Trauerbegleiter wieder ein Stück weit abgesichert.
Die Kassenprüfer Rosemarie Cherdron und Franz-Josef Kaiser bescheinigten die einwandfreie Buchführung, so dass der Schatzmeister und Vorstand einstimmig entlastet wurden.
Rüffin berichtete von der stetig steigenden Akzeptanz der hospizlichen Begleitung von schwerstkranken, sterbenden Menschen und ihrer Angehörigen. In 2009 wurden 100 Menschen begleitet; über 900 Stunden Zeit schenkten die ehrenamtlichen Mitarbeiter und legten rund 16.000 Kilometer dafür zurück. Dazu kamen rund 170 Beratungsgespräche in Sachen Patientenverfügung, Schmerzen und schmerzlindernder Pflege.
Die gute Arbeit des bisherigen Vorstandes wurde von der Mitgliederversammlung einhellig gelobt. Sie bestätigte sich auch bei den Neuwahlen: lediglich eine Beisitzerin musste aufgrund ihres Dienstverhältnisses mit dem Hospizverein aus dem Vorstand ausscheiden. Neu zur Beisitzerin wurde Maria Groß aus Rückeroth gewählt. Ansonsten wurde Heinz-Peter Rüffin, Holler, als erster Vorsitzender bestätigt, Dr. Björn Mirow aus Ransbach-Baumbach übernimmt wieder den stellvertretenden Vorsitz, Dr. Andreas Wechsung, Montabaur, fungiert weiterhin als Schatzmeister und auch die Beisitzerinnen Annette Keßler, Willmenrod, Ute Flugel, Untershausen, und Rita Schneider, Holler, blieben im Amt. Als Kassenprüferinnen stellten sich Rosemaie Cherdron, Montabaur, und Petra Baaden, Ransbach-Baumbach, zur Verfügung.
Ein herzlicher Dank ging an die Mitglieder, die den Verein seit 10 Jahren unterstützen und vor allem auch an die Ehrenamtlichen, ohne die diese Arbeit so nicht möglich wäre.
Benefizkonzert vom 21. Februar 2010
Adventliches Beisammensein am 14. Dezember 2009
Schenken
Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die bedachten
die Gaben wiegen,
sei Dein Gewissen rein.
Schenke herzlich
und frei.
Schenke dabei,
was in Dir wohnt
an Meinung, Geschmack
und Humor,
so dass die eigene
Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist
ohne List.
Sei eingedenk,
dass Dein Geschenk
Du selber bist.
Joachim Ringelnatz
bestärkte Heinz-Peter Rüffin mit dem Zitat:
"Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit,
die es dauert, sondern weil uns von dieser kurzen Zeit
fast keine bleibt, es zu genießen."
Jean Jacques Rousseau
Die EINE-WELT-GRUPPE der Kolpingfamilie Meudt e.V. richtet jährlich Kleider- und Kartenbasare aus. Den diesjährigen Erlös von 500 Euro spendete sie an den Hospizverein Westerwald, – aufgrund einer persönlichen Erfahrung, wie Bärbel Weber erläuterte:
„Vor einem Jahr starb eine gute Freundin von uns binnen acht Wochen an Krebs. Sie und ihre Familie wurden in dieser Zeit fürsorglich durch Ihre Hospizfachkraft Christine Schmidt begleitet. Dies gab uns den Anstoß dazu, in diesem Jahr die ehrenamtliche Arbeit und das segensreiche Wirken des Hospizvereins zu unterstützen.“ Die Vorsitzende der Gruppe, Ursula Sturm, wollte von der Hospizfachkraft wissen, wie man diese ständige Auseinandersetzung mit dem Tod psychisch verkrafte. Christine Schmidt: „Man bekommt so unendlich viel zurück, von den Sterbenden und auch von den Angehörigen. Oder ebenso durch Sie, die Sie jetzt eine Spende an uns geben. Hospizarbeit ist Begleitung in der letzten schwierigen Lebensphase– es gibt so viel zu tun und zu bedenken, wenn ein Leben zu Ende geht. Die Angehörigen liegen uns genauso am Herzen wie der Sterbende, da sie häufig in der Pflege Großes leisten und ebenfalls Unterstützung brauchen, sei es durch einfühlsame Gespräche, die Raum lassen, Sorgen und Ängste auszudrücken oder um das Unabänderliche vorsichtig zu thematisieren. Manchmal hilft eine kurze Auszeit, um wieder Kraft zu tanken“, so die Hospizeinsatzleiterin.
Für den Hospizverein dankte Heinz-Peter Rüffin der Kolpingfamilie und insbesondere den 25 fleißigen Helfern im Hintergrund ganz herzlich für die tatkräftige Spende. „Wir brauchen jede Spende, damit die ehrenamtliche und kostenfreie Beratung und Begleitung sichergestellt wird“, so der Vorsitzende.












































